Claudia Gramespacher

Portrait – Claudia Gramespacher

Die Bedenken sind berechtigt, Entrüstung ist gross, der Aufruhr muss erst mal verdaut werden… Ich teile die Haltung der psychodynamisch/psychoanalytischen Berufsverbände voll und ganz, und ich bin auch dafür, dass dem Bundesrat unsere Haltung sorgfältig und differenziert (abstinent) mitgeteilt wird, so wie das PSZ dies dankenswerterweise getan hat.

Im Ernstfall hätte ich aber eine klare Priorität: Das Modell sollte trotz dieser Bedenken um jeden Preis eingeführt werden. Ich bin überzeugt, dass sich ein Teil der Begrenzungen und Limitationen, die das neue Modell v.a. für das psychoanalytische Arbeiten mit sich brächte, von alleine auf ein realistisches Mass «gesundentwickelt».

Und wenn mir mal dabei sind, können wir mitreden. Mein grösstes Anliegen ist, dass wir uns nicht spalten lassen und damit das Ruth Dreifuss Desaster von 1993 wiederholt wird. Daher stellt sich für mich die Frage, wie können wir am besten die Ängste derjenigen containen, die sich derzeit vom neuen Modell bedroht fühlen?