Jürg Honegger †

(19. August 1951 – 17. Juni 2019)

Traurig nehmen wir Abschied von unserem Gründungsmitglied, Kollegen und Freund lic. iur. et phil. Jürg Honegger, der nach schmerzvoller Krankheit im Alter von nur 68 Jahren verstorben ist.

Nach seiner ersten Berufsausbildung als Jurist hat er den Weg zur Psychologie und zur psychoanalytischen Psychotherapie gefunden, wobei sich beide Perspektiven ausgesprochen fruchtbar ergänzten, so dass seine klinische Arbeit immer auch soziale, politische und organisatorische Aspekte beinhaltete.

Auch berufspolitisch engagierte er sich mit grosser Umsicht und Beharrlichkeit: als Vorstandsmitglied und Präsident der EFPP Deutsche Schweiz bewirkte er die Gründung des nationalen Netzwerks EFPP Schweiz und installierte die Trägerschaftsfunktion gegenüber dem AZPP.

Jahrzehntelang hat er sich massgeblich der Vorbereitung, dem Aufbau und der Weiterentwicklung des AZPP gewidmet. Von 2006 bis 2017 war er Mitglied der Ausbildungskommission und seit 2011 deren Vorsitzender sowie Mitglied des Vorstands.

Als Mitglied der Steuergruppe war er seit 2014 an vorderster Front mit der eidgenössischen Akkreditierung des AZPP befasst.

Ohne Jürg Honeggers juristische Kompetenz, ohne seine Klarheit in formalen wie inhaltlichen Belangen, ohne seine Verlässlichkeit, seine Detailkenntnisse, seine Sorgfalt und Genauigkeit, ohne seine Bereitschaft, auch unangenehme Aufgaben zu erledigen, hätte das AZPP diese grosse Hürde nicht bewältigen können. Und ohne seine Geduld, seine menschliche Wärme, Bescheidenheit und seinen Humor wäre uns diese Arbeit nicht geglückt.

Seine «Handschrift» hat dem AZPP zu qualitativ hohem Ansehen verholfen und ihn zu einem gefragten und geschätzten Ratgeber auch im weiteren Berufsfeld werden lassen.

Jürg Honegger vertrat eine klare, pointierte Haltung zum Verhältnis von Psychoanalytischer Psychotherapie und Psychoanalyse. Es war ihm wichtig, Psychoanalytische Psychotherapie als ein Behandlungsangebot zu konzipieren, das vielen psychisch leidenden Menschen zugänglich ist und Prozesse der Linderung und Veränderung ermöglicht. Mit dieser Überzeugung hat er das Weiterbildungskonzept des AZPP stark geprägt. Mit seinem Flair für das Vermitteln und Weitergeben hat er als Dozent, Selbsterfahrungstherapeut und Supervisor Weiterzubildende fundiert unterrichtet, sie an seiner Arbeit ermunternd und begeisternd teilhaben lassen und war ihnen ein nahbares, wertschätzendes Gegenüber.

Wir vermissen ihn als äusserst gebildeten, breit interessierten, humorvollen und ausgeglichenen Kollegen, Dozenten und Weiterbildner, als kritischen Denker, als liebevollen Wogenglätter, als warmherzigen Freund.

Bis zuletzt hat er seine Beziehungen zu uns Kolleginnen und Kollegen vom AZPP und zu seinen Freunden gepflegt. Behutsam, offen und direkt hat er die traurige Nachricht über seine unheilbare Krankheit vermittelt und uns bis zu seinem Tod begleitet.

Seiner Ehefrau Heidi Niederhauser Honegger und seiner Familie sprechen wir unsere herzliche Anteilnahme aus. Die öffentliche Gedenkfeier findet am Freitag, 16. August um 14 Uhr im Museum Kleines Klingental am Unteren Rheinweg 26 statt.